Alles über Honig

„Das Land wo Milch und Honig fließen“ – so stellte sich der Mensch das Paradies vor. Tatsächlich ist Honig schon seit Jahrtausenden als wahres Lebenselixier. Die wertvollen Wirkungen, die Honig auf unseren Organismus ausübt waren schon in Mesopotanien und bei den alten Ägyptern bekannt, die Honig sogar als Grabbeigabe für die Könige verwendete.
Auch die alten Römer betrieben Bienenzucht und lmkerei und neben den verschiedenen Heilzwecken wurden Honig auch im kulinarischen Bereich hoch geschätzt. Er diente als Gewürz für viele Speisen, denn man schätzte besonders süß-pikante Kreationen bei Tisch.
Besonders im Mittelalter erlebte das Imkereiwesen eine Blütezeit Honig war das einzige Süßungsmittel. Er wurde für die Zubereitung von Met verwendet und natürlich diente das Produkt des Bienenfleißes zur Herstellung von Kerzenwachs. Die Zunft, die damals den Honig der Waldbienen erntete und weiterverkaufte, nannte sich die Zeidler. Das Zeidlerwesen kam besonders in Regensburg und Nürnberg zur höchsten Blüte. Noch heute sind Honigkuchen und Nürnberger Lebkuchen mit ihrem unverwechselbaren Honigaroma das traditionelle Weihnachtsgebäck schlechthin.
Aus was besteht Honig?
Aus etwa 80% Zucker, max. 20% Wasser sowie einer Vielzahl von Vitaminen, Enzymen und Minaralstoffen. Durchschnittlicher Nährwert: 1270 Joule (= 303kcal)
Honig lässt sich in der Küche vielseitig verwenden. Er ist nicht nur zum Süßen ideal, sein intensiver Eigengeschmack verleiht allen Speisen ein besonderes Aroma. Beim Dosieren muss man berücksichtigen, dass Honig viel intensiver süßt als normaler Zucker.
Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollte man einige Hinweise berücksichtigen: Honig sollte immer fest verschlossen sein, da er sonst in Gärung übergehen kann,, den Honig „zieht“ Wasser.
Die im Honig enthaltenen Enzyme sind temperaturempfindlich. Honig sollte daher nie über 40 0C erhitzt werden. Beim Kochen sollten Sie Honig immer erst zugeben, wenn das Gericht etwas abgekühlt ist.
Warum wird mancher Honig fest und anderer nicht?
Das liegt an der Zusammensetzung des Honigs. Rapshonig enthält fast nur Traubenzucker, der sehr schnell kandiert. Waldhonig enthält überwiegend Fruchtzucker der erst nach längerer Zeit Kristalle bildet. Durch mechanische Behandlung (rühren) kann Honig streichfähig („schmalzig“) gehalten werden, ohne die biologische Wirksamkeit zu verschlechtern. Akazienhonig z.B. ist sehr hell und bleibt fast zwei Jahre flüssig. Auch längeres Erhitzen des Honigs kann ein Kandieren des Honig verzögern, der Wert ist jedoch verloren. Besonders bei billigen Importhonigen aus Übersee kann dies nicht immer ausgeschlossen werden
Auch wenn Sie kristallisierten Honig, was übrigens kein Zeichen von Qualitätseinbuße ist – im Gegenteil – wieder verflüssigen möchten, sollten Sie ihn im nur mäßig heißen Wasserbad langsam erwärmen. Beim Honigkauf achten Sie darauf, dass der Honig von guter Qualität ist, auf dem Honigglas sollte stehen, von welchem Imker und welchen Pflanzen der Honig stammt
Honig wird als gesund bezeichnet und schmeckt. Lassen Sie sich überraschen von der Vielseitigkeit des „flüssigen Goldes“!

Die Honigherstellung

Honig kann man in zwei Sorten unterteilen: Blütenhonig stammt aus den Nektariensäften der unter schiedlichen Blüten, Honigtauhonig vom Honigtau, der als klebrig-süße Substanz die Blätter und Nadeln vieler Bäume überzieht.
Die Sammelbienen saugen Nektar oder Honigtau in ihren Honigmagen bzw. Honigblase. Während des Sammelns wird er mit Speichel vermischt Im Stock erbricht die Biene den Inhalt ihres Honigmagens. Der ausgewürgte Nektar wird von den Stockbienen aufgenommen, die ihn in ihren Honigmägen mit Fermenten versetzen. Indem die Stockbiene den Inhalt ihres Magens viele Male hintereinander herauspumpt und wieder aufsaugt wird dem Nektar oder Honigtau Wasser entzogen. Nach und nach entsteht so der Vorhonig, der an den Wänden der Wabenzellen gelagert wird und dort 2-3 Tage reift. Sobald der Wassergehalt nur noch etwa 20 % beträgt, wird der Vorhonig in andere Wabenzellen umgelagert. Sind sie aufgefüllt werden sie von den Bienen mit einem luftdichten Wachsdeckelchen verschlossen.
Der Imker streicht mit einem kleinen Besen vorsichtig die Arbeitsbienen ab und entnimmt die Waben. Mit speziellen Gabeln oder Messern werden die Zellen entdeckelt und dann in Schleuderkesseln ausgeschleudert.
Nach dem Sieben und Rühren bis zum Beginn der Kristallisation – es wird eine streichfähige Konsistenz angestrebt – folgt das Abfüllen in das Honigglas. Die schonende Behandlung des unverfälschten Naturproduktes garantiert die ursprüngliche Qualität, mit welcher die Bienen den Honig durch ihren natürlichen Sammeltrieb erzeugt haben. Dies bedeutet, dass der Imker das Naturprodukt Honig unverändert gewinnt. Es wird nichts entzogen und nichts hinzugefügt und die Inhaltsstoffe werden nicht durch äußere Einwirkungen geschädigt. Das Schleudern erfolgt „stock-warm“, das heißt mit der Temperatur, welche im Bienenstock herrscht. Zusätzliche Erwärmung nimmt der Imker nicht vor. In Gläsern mit Schraubdeckeln und genauer Deklarierung kommt der Honig gemäß den strengen Vorschriften des deutschen Imkerbundes naturbelassen und ungeschädigt in den Handel

Verschiedene Honigsorten

Die reiche Vielfalt der Natur spiegelt sich in einem bunten Strauß von Honigsorten wider, deren Aroma und Geschmack sich mit Worten nur unzureichend beschreiben lassen. – Sie müssen sie probieren.

Akazienhonig
Bei Akazienhonig handelt es sich um einen dünnflüssigen Honig, der nur langsam kristallisiert. Zu verdanken hat die Honigsorte dies ihrem hohen Fruktosegehalt. Akazienhonig zeichnet sich durch eine blassgelbe bis zartgrüne Färbung aus und besitzt einen sehr milden, süßlichen, aber dennoch aromatischen Geschmack. Durch seine dünnflüssige Konsistenz eignet sich diese Honigsorte besonders gut zum Süßen von heißen Getränken. Weil Akazienhonig in Deutschland aus den Blüten der Robinie gewonnen wird, müsste er eigentlich als Robinienhonig bezeichnet werden. Robinien werden oftmals fälschlicherweise mit Akazien gleichgesetzt und besitzen deshalb auch den botanischen Namen Robinia pseudoacacia. Im Volksmund werden die Bäume als Scheinakazie oder falsche Akazie bezeichnet. Tatsächlich sind Robinien und Akazien entfernt miteinander verwandt – sie werden beide den Hülsenfrüchtlern Fabales zugezählt.

Blütenhonig
Blütenhonig ist ein Mischblütenhonig. Generelle Bezeichnung für Honig aus dem Nektar zahlreicher Pflanzenarten. Farbe, Bukett und Konsistenz variieren deshalb stark. Ein Honig, der die bunte Palette vieler Blüten im Kreislauf des Jahres enthält. Sein feines Aroma macht ihn zu einer beliebten Spezialität.
Die Honige können flüssig oder fest sein und haben eine Farbskala von braungelb bis weißgelb.

Frühtracht
Entstammt der 1. Schleuderung und setzt sich im wesentlichen aus dem Nektar von Weiden, Obstgehölzen, Ahorn u.a. zusammen. Bekannter Sortenhonig ist der Raps, bestechend durch sein mildes Aroma.
Die Honige sind in der Regel cremig und in der Farbe hellgelb bis weißgelb.

Sommertracht
Wird bei der Sommerschleuderung gewonnen und enthält stark wechselnde Anteile an Nektar und Honigtau. Deshalb hat er auch von Jahr zu Jahr unterschiedliches Aroma, Geschmack und Farbton.
Die Honige sind zum Teil flüssig bis cremig und im Farbton goldgelb bis braungelb.

Wald- und Honigtauhonig
Stellt eine Besonderheit dar. Er entstammt dem Honigtau zahlreicher Baumarten. Er ist stets dunkel, besonders mineralstoffreich und besitzt ein malzig-würziges Aroma.
Die Honige sind zähflüssig bis cremig, in der Farbe mittelbraun bis braunschwarz

Edelkastanienhonig
Edelkastanienhonig ist Blüten- und Honigtauhonig von der Esskastanie (Maronen) aus dem Trachtgebiet der Pfalz. Er bleibt wegen seines geringen Glucosegehalts lange flüssig. Sensorische Merkmale sind seine braune bis rotbraune Farbe, sowie ein kräftiges, herbes, leicht bitteres Aroma.

Das Besondere am Honig

  • Honig besteht zu 80% aus Zucker, und zwar aus Trauben- und Fruchtzucker Diese Zuckerarten haben den Vorteil dass sie unmittelbar durch die Darmwand in den Blutkreislauf übergehen und sofort dem Körper als Treibstoff zur Verfügung stehen.
  • Honig ist reich an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Natrium, Magnesium und Phosphor. Daneben finden sich die Spurenelemente Aluminium, Eisen, Kupfer Mangan, Kobalt Jod und Silizium.
  • Honig besitzt wertvolle Enzyme, das sind Eiweißmoleküle, die bestimmte Reaktionen im Körper fördern bzw. ermöglichen.
  • Honig hat die Vitamine B1,B2 und B6.

Die Bedeutung des Honigs in der heutigen Ernährung

Eine einseitige Ernährung und daraus resultierende Mangelerscheinungen sind in unseren Breiten keineswegs selten. Gerade wir Deutschen essen oft zu viel und zu fett. Wir nehmen andererseits zu wenig Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe zu uns.
Ernährungswissenschaftler empfehlen daher eine möglichst vielseitige, ausgewogene Kost, die den Körper ausreichend mit Mineralstoffen, Vitaminen, Eiweiß und Kohlenhydraten versorgt.
In Honigen konnten bisher mehr als 180 natürliche Substanzen nachgewiesen werden. Dank dieser ungewöhnlichen Zusammensetzung aus Mineralien, Pollen, Inhibinen, Aromastoffen und zahlreichen anderen organischen Verbindungen ist Honig ein richtiger „Fitmacher“ unter den Nahrungsmitteln. Es lohnt daher, diese Verbindungen und Inhaltsstoffe etwas genauer zu betrachten.
Der ernährungsphysiologische Wert des Honigs wird durch die Vielfalt der Honig-Inhaltsstoffe bestimmt. Neben Zuckerverbindungen wurden bisher 180 Begleitstoffe gefunden. Sie steuern biologische Abläufe und unterstützen den Stoffwechsel. Diese Substanzen liegen zwar in geringer Konzentration vor, ergänzen sich aber gegenseitig in ihrer Wirkung. Den natürlichen Gegebenheiten, wie Klima, Bodenbeschaffenheit und Pflanzenvielfalt entsprechend, unterscheiden sich die einzelnen Honigsorten sehr in ihrer Zusammensetzung. Das hat jedoch den Vorteil, dass Honig nicht nur nach Geschmack und Aussehen, sondern auch nach seinen Inhaltsstoffen ausgewählt werden kann.

Ein uraltes Heilmittel?

Aufgrund seiner vielen wertvollen lnhaltsstoffe ist Honig ein „natürliches Heilmittel“ (so der Sprachgebrauch) gegen die verschiedensten Krankheiten und Beschwerden. Natürlich sollte es sich immer um frischen und naturbelassenen lmkerhonig handeln, der weder gefiltert noch wärmebehandelt ist.
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass Honig nur als Nahrungsmittel in den Verkauf gebracht wird!

Alle hier vorgestellten „Rezepte“ sind aus Überlieferungen bzw. der Literatur entnommen und nicht wissenschaftlich untersucht!

  • Umschläge mit warmem Honig eignen sich zur Behandlung von schmerzhaften Gelenkentzündungen.
  • Eine Mischung aus 2 TL Honig, 1 frischen Eigelb und 1 Tasse Milch wirkt wohltuend bei Erkältungen.
  • Schleimlösend wirkt ein Punsch aus Holundersaft der mit 1 TL Honig und 1 TL Rum angereichert wird.
  • Eine Mischung aus geriebenem Rettich und Honig gilt als hilfreich bei Husten.
  • Knoblauchsaft mit Honig und Zitronensaft reguliert den Kreislauf
  • Warme Milch mit Honig oder warmes Bier mit Honig hilft bei Schlafstörungen.

Es gilt immer zu beachten: Der Honig darf nicht über 40 Grad erwärmt werden, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Honig – ein natürliches Schönheitsmittel

Schon Kleopatra wusste um die Wirksamkeit von Honig als Schönheits- und Pflegemittel.
Auch heute können wir uns aus Honig unkomplizierte Pflegemittel herstellen:

Jogurt-Honig-Reinigungsemulsion: 
150 ml Jogurt und 3 EL Honig in einer Pfanne bei schwacher Hitze gut verrühren. 5 Stunden ziehen lassen, in ein Glas füllen und in den Kühlschrank stellen. Reinigt intensiv und macht die Haut weich.

Jogurt-Honig-Nachtcreme: 
3 EL Jogurt, 1 Eigelb; 1 EL süße Sahne, 2 EL Apfelessig und 2 EL Tomatensaft verrühren. 1 EL Honig bis zum Flüssigwerden erwärmen, zu der Mischung geben und gut mixen. Nachtcreme abends nach der Hautreinigung auf Gesicht und Hals auftragen. Wirkt beruhigend, lindert Hautunreinheiten.

Milch-Honig-Bad: 
Zwei Hand voll Salz in die trockene Badewanne geben und das Badewasser einlaufen lassen.1 Tasse Bienenhonig in 1l warmer Milch auflösen und das Gemisch mit 2 TL Weizenkeimöl ins Wasser geben.